
«Karen Coffee» für Feinschmecker
Die Kaffeebäume unseres thailändischen Partners, der Raintree Foundation, wachsen in Regenwäldern auf 1000 m ü. M. Hier herrschen perfekte Bedingungen: Grosse Bäume schützen die empfindlichen Kaffeepflanzen vor der Sonne. Die hohe Biodiversität mit verschiedenen Pflanzen und Vögeln unterstützt natürliche Nährstoffkreisläufe im Boden, was künstlichen Dünger überflüssig macht. Die häufigen Regenfälle von Mai bis Oktober helfen den Kaffeebäumen zu wachsen und reichlich Blüten zu bilden.
Sorgfältig handverlesen
Von Mitte November bis Ende Februar sind die Bedingungen für die Ernte ideal. Dann werden die Kaffeekirschen manuell durch Handpflücken geerntet. Dabei gehen die Arbeiterinnen und Arbeiter alle paar Tage durch die Felder und pflücken die Kirschen in mehreren Durchgängen. Diese spezielle Methode sorgt dafür, dass nur gereifte Kirschen ausgewählt und gleichzeitig die Pflanzen geschont werden.
Nach der Ernte werden die Kirschen geschält. Danach werden die frischen Bohnen, noch mit Fruchtfleisch, in kaltem Bergwasser bis zu 48 Stunden fermentiert. Anschliessend kommen die Bohnen auf die Trockenbetten, um 20 bis 30 Tage lang schonend an der Sonne zu trocknen. Dann geht es ab ins Lager zur Reifung. Und erst kurz bevor die Kaffeeröster den Kaffee erhalten, werden die Kaffeebohnen von der letzten Schutzschicht, der Pergamenthaut, getrennt. Dann werden die Bohnen nach Gewicht und Grösse sortiert und von Steinen, Ästen und grossen Ablagerungen befreit. Die ausgewählten Bohnen besitzen genau den optimalen Feuchtigkeitsgehalt, nämlich 12 Prozent. Dies wird bei jedem Schritt während der Trocknung überprüft.
Von Thailand in die Schweiz
Die swiss marmot ag im luzernischen Reiden kauft die Bohnen ohne Zwischenhandel direkt von den Kaffeebauern zu sehr fairen Preisen ein. Der Kaffee wird in 25-kg-Säcken von den Farmen in die Schweizer Lagerhäuser gebracht. Die Säcke sind aussen aus Jute und innen mit Kunststoff ausgekleidet, damit die Bohnen vor Feuchtigkeit geschützt werden. Eine erfahrene Röstmeisterin röstet die Bohnen vorsichtig in einer Trommel, sodass der Kaffee sein ganzes Aroma und seine spezielle Note entfalten kann.
Umweltfreundlich und fair
Der in Thailand ansässige AVC-Partner Raintree Foundation unterstützt Bäuerinnen und Bauern bei der Anlage, Pflege und Ernte sowie auch beim Verkauf der Kaffeebohnen. Ziel ist eine moderne und umweltfreundliche Einnahmequelle, die den Regenwald nicht schädigt. Früher nutze man oft Brandrodung, um Reis und wichtige Nahrungsmittel anzupflanzen. Bei der Brandrodung wird ein Stück Wald abgeholzt und angezündet, wonach der Boden für die Landwirtschaft genutzt werden kann. Als dieses schädliche Verfahren von der Regierung verboten wurde, wussten viele Bauern nicht, was sie sonst machen könnten.
Biblische Werte leben
Doch nun arbeiten sie zusammen und lernen alles über Kaffee, von der Anpflanzung bis zum Verkauf. Darüber hinaus treffen sie sich am Abend, motivieren einander und tauschen sich über ihre Herausforderungen aus. Gemeinsam lesen sie die Bibel, um Antworten auf ihre Lebensfragen zu finden. Dies hilft ihnen, auch in schwierigen Zeiten Hoffnung zu haben und biblische Werte zu leben.
Kaffeebauern im Norden Thailands haben Schwierigkeiten, weil Bildung, Geld, Technologie und der direkte Zugang zum Welt-Kaffeemarkt fehlen. Den einheimischen Gemeinschaften zu helfen, ist wichtig: Wenn Menschen lernen, sich selbst versorgen, können sie auch ihre Zukunft selbst gestalten. Das Projekt der Raintree Foundation konzentriert sich vor allem auf die thailändischen Karen-Bergvölker. Die NGO hilft der indigenen Völkergruppe mit dem Projekt «Karen Coffee» dabei, ihre Produkte zu verkaufen und dabei eine gerechte Bezahlung für ihre Arbeit zu erhalten.



