17. Februar 2026

Geheime Helden

SÜDOSTASIEN
Christen mit muslimischem Hintergrund evangelisieren unter grossen Gefahren, unter Verfolgung, Druck und Ausgrenzung. Solche Menschen sind sehr inspirierend. Unser Projektverantwortlicher berichtet von Bekanntschaften auf seiner Südostasien-Reise.

Gott führt seine Leute auf überraschende Weise zusammen. Meine erste Bekanntschaft in Südostasien ist ein Christ aus Afrika. Wir wechseln einige Worte, und er erzählt mir, er käme gerade aus der Schweiz. Als er seinen Aufenthalt genauer lokalisiert, stellt sich heraus: Er war zu Gast in meiner eigenen Gemeinde! Die Welt ist klein, aber Gottes Wirken ist riesig.

Fernes Land, gleiche Vision
Ein Mann, der mich zutiefst beeindruckt, ist Yunes*. Meine zweite Bekanntschaft ist ein Ägypter, der Jesus in seinem Land unter harten Bedingungen dient: In Ägypten herrscht das islamische Recht der Scharia, Evangelisation unter Muslimen ist verboten. Und doch trägt Yunes eine Vision im Herzen, die im Einklang mit unserer steht: mit 1000 Evangelisten eine Million Muslime zu erreichen.

Yunes berichtet, dass in seinem Umfeld bereits 400 Evangelisten unterwegs seien. Und diese würden jährlich über 100  000 Muslime erreichen. « Ihre Methode ist einfach, mutig und voller Liebe: Sie setzen sich in Restaurants, beginnen Gespräche und bauen Beziehungen zu einzelnen Gästen auf. Diesen überreichen sie immer mal wieder kleine Texte mit Erzählungen von Jesus, bis sie das ganze Evangelium gelesen haben », erzählt Yunes. « Aktuell finden sehr viele Muslime zum christlichen Glauben. Das habe ich noch nie erlebt – und ich bin seit 25 Jahren im Einsatz. »

Wann kommt der Richtige?
Yunes’ Berufung beginnt dramatisch. Als Gott ihn beauftragt, Muslime für Christus zu gewinnen, weigert er sich zunächst. Nach sechs Monaten willigt er ein und für weitere drei Monate studiert er zur gründlichen Vorbereitung auf seinen Dienst 300 apologetische Bücher. Dann stellt er sich in einen Laden und wartet entschlossen auf « den Ersten ».

Als dieser eintritt – langer Bart, langes Gewand, weisse Hajji-Mütze, Gebetsmal auf der Stirn –, stöhnt Yunes innerlich: « Herr, bitte nicht … » Er verspricht Gott, den nächsten anzusprechen. Der nächste: langer Bart, langes Gewand, weisse Hajji-Mütze, Gebetsmal auf der Stirn. Es folgen fünf weitere, allesamt streng religiös. Yunes ringt mit sich und bangt.

Ausdauer ist gefragt
Plötzlich aber betritt ein glattrasierter Mann in Jeans das Geschäft. « Das ist er », denkt Yunes, « den kann ich schaffen! » Er spricht ihn an. Sein Name: Yussuf. Doch wie sich bald herausstellt, ist Yussuf eine echte Knacknuss. Jeder Einwand wird pariert. Ein Jahr lang diskutieren die beiden ohne Durchbruch. Bis Yunes eines Tages erschöpft gesteht: « Yussuf, ich mag dich. Ich möchte nur, dass du die Wahrheit erkennst und gerettet wirst. » Da beginnt Yussuf zu weinen: « Ihr Christen habt etwas, das wir Muslime nicht haben: Liebe – sogar für eure Feinde. » Die beiden werden Freunde. Einige Wochen später träumt Yussuf von Flammen. Mitten in der Nacht ruft er Yunes an. Er will den Heiligen Geist kennenlernen – und findet kurz darauf zu Christus.

Ein lebensgefährlicher Entscheid
Meine dritte Bekanntschaft ist Elyas aus der islamischen Region Indonesiens. Er ist eine echte Inspiration. Der hochgebildete islamische Theologe mit zwei Masterabschlüssen ist heute mutiger MBB (Muslim Background Believer, Christ mit muslimischem Hintergrund). Um Muslime zu erreichen, hat er innerhalb von vier Jahren das ganze Neue Testament aus dem Griechischen in seine achinesische Muttersprache übersetzt. Zudem betreibt er einen YouTube-Kanal über das Christentum – mitten in einer Region, in welcher die Abkehr vom Islam lebensgefährlich ist. Doch Elyas trägt den Titel « Murtadd » (Abtrünniger) mit Stolz, denn: « Ich habe in Christus den Weg zur Erlösung gefunden », sagt er. Und er zeigt grosses Interesse, an unserem Projekt in Indonesien mitzuarbeiten.

Wenn der Berg mahnt
Gott verbindet seine geheimen Helden: Männer und Frauen, die alles riskieren, um Muslime auf Jesus hinzuweisen. Mitten in einer Welt voller Widerstand baut Jesus seine Kirche auf. Auf der Heimreise erblicke ich aus dem Flugzeug den majestätischen Ararat. Hier soll nach der Sintflut die Arche Noah gestrandet sein. Der Berg ragt wie ein Fingerzeig Gottes aus der Wolkendecke empor. Und erinnert mich an einen Vers aus der Bibel: « Am Ende der Zeit wird der Berg, auf dem der Tempel des Herrn steht, alle anderen Berge und Hügel weit überragen. Menschen aller Nationen strömen dann herbei. » Ein hoffnungsvoller Gedanke!



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