06. Juni 2022

Der Countdown läuft ...

RUANDA
Mit dem Völkermord von 1994, der einer Million Menschen das Leben kostete, hat Ruanda in der Weltöffentlichkeit traurige Berühmtheit erlangt. Seither wird im Land – nicht zuletzt durch den Einsatz christlicher Werke – viel Versöhnungsarbeit geleistet.

Ebendiese Versöhnungsarbeit hat zur Gründung zahl­reicher christlicher Gemeinden geführt. Leider ist aber ein grosser Teil der Pastoren theologisch nicht geschult. Dies führt dann oft dazu, dass in diesen Gemeinden eine christliche Lehre vermittelt wird, die mit muslimi­schen und animistischen Einflüssen durchzogen ist. Die Regierung Ruandas hat ein Gesetz erlassen, wonach Pastoren über eine theologische Qualifikation einer akkreditierten Bildungseinrichtung verfügen müssen. Pastoren, die bis Ende 2023 keine solche Ausbildung besitzen, soll die Lizenz entzogen werden. Dies könnte zu tausenden von Kirchenschliessungen führen.

Die Zeit ist knapp In Kibogora, einer Stadt mit 60 000 Einwohnern, haben wir deshalb als AVC im Jahr 2020 durch unseren Mitarbeiter Farzad D. eine ganzjährige Bibelschule eröffnet. Innerhalb der vorgegebenen Frist muss es nun landesweit gelingen, hunderten ruandi­scher Pastoren eine solide theologische Grundlage zu vermitteln, damit sie ihre Berufung ausleben können und ihre Kirchen nicht verlieren.

Ruanda als relativ sicheres und progressives Land ist offen für das Evangelium. Andere afrikanische Staaten hingegen kennen massive Christenverfolgung – bei­spielsweise dort, wo al Shabaab, Boko Haram oder die jihadistischen Fulani am Werk sind. Dennoch möchten wir als AVC auch in diesem schwierigen Umfeld noch unerreichte Volksgruppen mit der Guten Nachricht bekanntmachen. Das Angebot unserer Bibelschule in Kibogora richtet sich deshalb auch an künftige Gemeindegründer, die sich in afrikanische Länder mit starker Christenverfolgung hineinwagen möchten. In Kibogora profitieren sie von einer biblisch und unternehmerisch fundierten Ausbildung.

Wegweiser zum Erfolg
Unser Mitarbeiter Mario M. und sein Team hatten Gelegenheit, beim Besuch der Bibelschule einigen jungen ruandischen Christen das Einmaleins des Unternehmertums vermitteln zu kön­nen. In Zusammenarbeit mit der Organisation Epic So­lutions wurde ein mehrtätiges BEST (Business Expen­ses Savings Training) durchgeführt. Darin vertieften 26 junge, selbständig erwerbende Christen die prakti­schen Grundlagen der Geschäftsführung. Sie lernten, eine kleine Firma zu gründen, mit Finanzen umzu­gehen, sich im Marketing zu engagieren und derglei­chen mehr. Um die gelernten Prinzipien anzuwenden, mussten die Teilnehmenden bis Ende des Seminars ein fiktives Budget anhand einfacher Business-Ideen vermehren. Vielen gelang eine Verdoppelung, einzel­nen gar eine Verdreifachung des Einstiegskapitals!

Weil AVC zehn grosse Nähmaschinen einbringt, entstehen in zwei Dörfern Nähateliers für die Produktion von Kleidern. Ein einzelner Teilnehmer gewährt einen Minikredit, um das Kleinunternehmen des Schweinezüchters Apophrodis anzukurbeln. Die Zucht von Schweinen ist in Ruanda ein lohnendes Geschäft: Eine Muttersau kann jährlich zweimal 20 bis 25 Ferkel werfen. Und diese wiederum sind nach 18 Monaten bereits geschlechtsreif.

Jesus für alle Generationen Mario und sein Team haben Jugendgruppen trainiert und die Gute Nachricht auf Strassen und Plätzen verkündet. Mit dabei immer auch der junge und sehr engagagierte einheimische Christ Ambroso, welcher die Arbeit von AVC Ruanda leitet und koordiniert. Auf dem Gemüsemarkt begegneten sie einem pensionierten Arzt aus Holland, der zum ersten Mal in seinem Leben die klare Botschaft des Evange­liums vernahm. Manchmal muss man eben bis nach Afrika reisen, um von Jesus zu hören – erstaunlich!

Motorradfahrten auf abenteuerlichen Strassen sind anspruchsvoll. In den weit entfernten Bergdörfern kreuzt fast nie ein Weisser auf. »Unsere Anwesenheit hatte zur Folge, dass die Gotteshäuser aus allen Nähten platzten – selbst Leute, die sonst keinen Fuss über die Kirchen­schwelle setzen, wollten dabei sein und schauten zu allen Fenstern rein!«, freut sich Mario. Dies ist eine Stärkung für diese Kirchen und leistet dem Evangelium Vorschub.

Filmvorführung ohne Strom »Alt und Jung, das ganze Bergdorf, lief zusammen«, blickt Mario auf ein Erlebnis zurück. »Spontan – wie das meiste hier in Ruanda – luden wir alle zum Jesus-Film ein!« Möglich war dies dank eines ultramodernen, stromlosen Beamer-Equipments auf der Basis von Solarpanels.

Die Vorführung schlug ein. »Viele hatten noch nie einen Film gesehen, geschweige denn in ihrer eigenen Spra­che. Als wir die Menschen aufriefen, sich für ein Leben mit Jesus zu entscheiden, kamen 70 Personen nach vorne!« Das regionale Jüngerschaftsnetzwerk von Apophrodis verdreifachte sich auf einen Schlag. Das Beamer-Equipment bleibt in Ruanda und steht jetzt Ambroso als nützliches Tool für die Weitergabe des Evangeliums zur Verfügung.

Action, Highlights und Natur Wer selbst Vorführungen des Jesus-Films in ruandischen Bergdörfern erleben und in diesem afrikanischen Staat Menschen in Wort und Tat mit dem Evangelium erreichen möchte, hat bald schon Gele­genheit dazu. Demnächst sind AVC-Einsätze für Jugendgrup­pen und individuelle Teams in Ruanda möglich. Nebst Spiel und Spass mit Kindergruppen sowie der Mithilfe beim Bau von Gemeindelokalen ist auch eine Fuss-Safari zu den Gorillas und Schimpansen im Nationalpark geplant.

 



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