28. Oktober 2025

Flucht vor dem Tod

PAKISTAN
Vor Jahren unterstützte AVC eine pakistanische Familie während ihrer Flucht vor der Todesstrafe. Auch Engel waren im Spiel.

Der Pakistani Rohaan* gründete als junger Unternehmer eine erfolgreiche Sprachschule. Weil er schon bald mehr Kunden hatte, als er allein unterrichten konnte, kamen Lehrkräfte dazu. Eine von ihnen war Mariam*. Muslimisch aufgewachsen, war ihr der Glaube ihres neuen Chefs sehr fremd. Er war nämlich Christ. Doch das Benehmen des jungen Mannes imponierte ihr. Mariam begann Fragen zu stellen. Sprachunterricht ergänzte sich mit Bibelstudium, Gespräche mit Gebet. Die Muslimin entschied sich für das Leben mit Jesus.

Warten auf den Tod
Spätestens, als die beiden heirateten, wurde klar: Die Braut hatte sich vom Islam abgewandt. Darauf steht die Todesstrafe, sowohl für die »Abtrünnige« als auch für den »Verführer«. Das Ehepaar floh um sein Leben. Etliche Jahre waren Rohaan und Mariam auf der Flucht. Sie zogen von Ort zu Ort und hielten sich versteckt. Aber eines Tages wurden die Flüchtlinge auf der Strasse erkannt. Lautstark warf ein ehemaliger Bekannter dem Ehepaar vor, gegen Gesetze verstossen zu haben. Ein Mullah sollte her und auch die Polizei! Noch schneller als die geforderten Gesetzeshüter erschienen zahlreiche Menschen, die sich den Beschimpfungen und Bedrohungen anschlossen. Umgeben von der wütenden Meute, kniete das junge Paar betend nieder und wartete auf den Tod.

»Ich weiss, wo ihr hinmüsst!«
In diesem Augenblick erschien direkt neben den Betenden eine grosse, männliche Lichtgestalt. Erschreckt machten sich die Aggressoren aus dem Staub. Nur das eingeschüchterte Paar blieb zurück. Rohaan und Mariam standen auf und erblickten ein Taxi, dessen Fahrer sie mit wedelndem Arm zum Einsteigen aufforderte. Kaum sassen sie im Auto, raste es schon los, ohne dass ein Wort gefallen war. »Wohin fahren Sie uns?« »Ruhe! Ich weiss, wo ihr hinmüsst!«, kam die schroffe Antwort.

Vor einem Tor an einer Steinmauer hielt der Fahrer an und brach das Schweigen: »Geht hier durch und schaut nicht zurück. Ihr werdet erwartet.« Die Fahrgäste folgten der Anweisung. Hinter der Mauer erblickten sie mehrere kleine Gebäude unter Bäumen. Und tatsächlich: Links davon stand ein Mann. »Folgt mir«, sagt er. »Ihr braucht doch einen Platz zum Wohnen.«

Im vergangenen Monat besuchte uns Rohaan in Europa: »Ich danke euch für das, was ihr ermöglicht habt!« Denn nach zwölf Jahren gelang dem Ehepaar mit seinen beiden Kindern die Flucht in ein sicheres Land. Von dort aus unterstützt das Ehepaar bedrohte Christen in muslimischen Ländern.

*Namen geändert



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