01. Mai 2026

Aussergewöhnliche Hingabe

MOLDAWIEN
In einem moldawischen Dorf besuchen wir eine bemerkenswerte Frau. Maria ist über 80 Jahre alt. Sie erzählt uns, wie Jesus ihr half, ihr spezielles Schicksal mit Freude zur tragen.

Marias Söhnchen Oleg kommt gesund zur Welt. Während seiner Kindergartenzeit erleidet er einen schweren Unfall und ist von da an blind und gelähmt. Mit unerschütterlicher Fürsorge widmet sich Maria seiner Pflege. Sie spielt ihm Kassetten mit biblischen Geschichten vor, um ihm Trost und Hoffnung zu schenken. Obwohl ihr Sohn mittlerweile gross und schwer geworden ist, lagert sie ihn täglich mehrfach um, um Druckstellen vorzubeugen. Liebevoll sorgt Maria für seine Körperpflege. In schwierigen Zeiten, als Oleg kaum noch Lebensmut hat, ist sie stets an seiner Seite. Maria pflegt Oleg 47 Jahre lang ganz ohne fremde Hilfe.

Jenseits der Worte
Ein Wendepunkt in Olegs Leben tritt ein, als dieser Jesus findet. Unser moldawischer Partner Viktor begleitet ihn in dieser Zeit und stellt ihm Fragen. Aufgrund seiner Behinderung kann Oleg sich nur schwer verständlich machen. Dennoch kann er seine Liebe zu Jesus zum Ausdruck bringen. Trotz seiner schweren Einschränkungen strahlt er eine innere Stärke aus. Die wenigen Worte, die er artikuliert, sein Glaube und seine Zuversicht hinterlassen bei jenen, die ihn treffen, einen bleibenden Eindruck.

Geliebte Menschen pflegen
Maria berichtet auch von ihrer erfüllten Ehe, in der Liebe und gegenseitige Unterstützung präsent sind. Doch ihr Mann erleidet einen Schlaganfall und wird ebenfalls bettlägerig. Bis zu seinem Tod betreut sie ihren Mann mit derselben Fürsorge wie ihren Sohn. Die Liebe zwischen den beiden ist spürbar bis zuletzt: Ihr Mann sagt kurz vor seinem Tod, er wolle nicht sterben, sondern bei ihr bleiben. Ein Jahr nach dem Schlaganfall verstirbt er, Oleg folgt ein Jahr später. Ein ganzes Jahr lang kümmert sich Maria allein um zwei pflegebedürftige Menschen – ein Kraftakt, der kaum vorstellbar ist.

Tragender Glaube
Maria liebt Jesus von ganzem Herzen. Während der sowjetischen Besatzung darf sie die Gemeinde nicht besuchen. Heute wäre es ihr erlaubt, aber nun hat sie keine Kraft mehr. Umso mehr freut sie sich über unseren Besuch und unsere Geschenke. Ihre Tochter und ihr Enkel leben bei ihr und erhalten ebenfalls Hilfsgüter aus der Schweiz. Ihre Freude ist riesig.

Trotz aller Widrigkeiten ist diese Seniorin voller Lebensfreude und innerer Ruhe. Ihr Glaube und ihre Haltung sind eindrücklich. Ihr Zuhause ist gepflegt und es ist eine Wohltat, Zeit mit ihr zu verbringen und zuzuhören, wie sie aus ihrem Leben erzählt. Die wirklich Beschenkten nach diesem Besuch sind wir.



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