20. Februar 2026

Das Licht auf dem Hügel

INDIEN
Unsere Dschungelschule im indischen Assam hat dazu geführt, dass über die Hälfte der Dorfbevölkerung von Hangrum Jesus nachfolgt. Doch neue Christen ziehen sofort weg. Warum?

«Wer immer die Absicht hat, die Anhänger der Heraka von ihrem Glauben abzubringen, darf dieses Dorf nicht betreten! Die unrechtmässige Bekehrung zu einer anderen Religion ist verboten!», verlautet sehr deutlich eine Warntafel am Eingang des Dorfes Hangrum.

Ablehnung pur
Wir befinden uns im Nordosten Indiens, im Dschungel des Bundesstaates Assam. Hier lebt der Stamm der Zeme. Früher praktizierten die Zeme Animismus und verehrten eine Vielzahl von Naturgottheiten. Im Laufe der Zeit entwickelten sich ihre religiösen Praktiken weiter, beeinflusst durch die Heraka. Diese Bewegung reformierte die traditionellen Glaubensvorstellungen und versperrte sie gegen jegliche externen religiösen Einflüsse.

Wie also soll man dieses Dorf mit dem Evangelium erreichen? Wie die Ablehnung der Leute überwinden? Fragen, die sich AVC-Missionare stellten, die vor über 25 Jahren nach Hangrum kamen. Als Antwort wurden sie vom Heiligen Geist an Matthäus 5,16 erinnert: «So soll euer Licht leuchten vor den Leuten, dass sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.»

Licht und Bildung
Also befragten die Missionare die Dorfbewohner, um herauszufinden, wie sie ihnen Gutes tun konnten. Diese erzählten: « Unsere Kinder müssen 30 Kilometer zu Fuss durch den Dschungel laufen, um die nächste Schule zu erreichen. Es ist für uns sehr schwierig, sie dahin zu bringen. » « Alles klar », sagten die Missionare – und gründeten mithilfe von AVC eine Schule in Hangrum.

Seither sind 25 Jahre vergangen. Die Schule vermittelt den Kindern eine ausgezeichnete Schulbildung und schafft Zukunftsaussichten. Und nicht nur das: Viele durften auch Jesus Christus als ihren Herrn und Retter kennenlernen. Am grossen Jubiläumsfest der Schule erzählt eine junge Frau, wie ihr Leben durch die « Shalom School » in Hangrum verändert wurde: « Früher lebten wir in der Finsternis. Durch diese Schule kam Licht in unser Dorf. Wir können nicht genug dafür danken. » Zur 25-Jahr-Feier erhielten alle 260 Schülerinnen und Schüler ein besonderes Geschenk: ihre erste persönliche Bibel. Von der grossen Freude der Kinder zeugten viele strahlende Gesichter.

Ein neues Dorf entsteht
Für aussenstehende Missionare ist es immer noch unmöglich, die Dorfbewohner von Hangrum mit der Guten Nachricht zu erreichen. Aber die Lehrpersonen sind die besten Evangelisten. Sie geniessen grosses Vertrauen im Dorf, weil sie den Kindern Lesen und Schreiben beibringen. Nach einem Vierteljahrhundert sind 60 Prozent der Dorfbevölkerung Christen. Doch der Warnhinweis am Eingang von Hangrum hat seine Wirkung nicht verloren: Wenn jemand zum Glauben an Jesus Christus kommt, muss er oder sie das Dorf verlassen. Und so ist auf einem Hügel in der Nähe von Hangrum eine christliche Kolonie entstanden. Natürlich ist es unser Traum und unser Gebet, dass eines Tages alle Jesus nachfolgen und diese Trennung aufgehoben wird.

Selbst hier, in dieser entlegenen Siedlung im Dschungel von Assam, beweist sich einmal mehr: Das Wort Gottes kommt nicht leer zurück. Es bewirkt, wozu es ausgesendet wird. Es bringt Licht in die Finsternis – ein Licht, das niemand auslöschen kann.



Informiert bleiben

Jedem Engagement geht der Wunsch voraus, informiert zu bleiben. Wir haben verschiedene kostenlose Angebote für Sie, digital und gedruckt. Bleiben Sie auf dem Laufenden.

Slogan Footer
Sprachwahl DE / FR / EN