27. Februar 2026

Besser, aber instabil

BANGLADESCH
Bis die christlichen Bawms im Südosten von Bangladesch wieder normal leben können, kann es noch Jahre dauern. Gott sei Dank hat sich die Lage aber etwas entspannt.

Seit über drei Jahren liefern sich nationalistische Rebellen und das Militär von Bangladesch erbitterte Kämpfe in den Wäldern der Chittagong Hill Tracts. Dabei musste die Zivilbevölkerung – der mehrheitlich christliche Stamm der Bawm – die Schikanen und willkürlichen Festnahmen durch das Militär über sich ergehen lassen.

Nun hat sich die Lage etwas gebessert: Polizei und Militär verhaften nicht mehr wahllos Zivilisten, sondern gezielt militante Rebellen. Für die Bawms ist es sicherer geworden. Ein ungerechtfertigt inhaftierter Bawm-Pastor kam kürzlich nach anderthalb Jahren aus dem Gefängnis frei. Doch immer noch sind 150 uns bekannte Familien auf der Flucht in Indien, und es sind sicher mehr. Und Zusammenkünfte sind in der Region nach wie vor nicht erlaubt.

Vom Dschungel in die Stadt
In der Provinzhauptstadt Chittagong besuchen wir eine Community junger Bawms, die vor zwei Jahren aus dem Hügelland hierhin geflüchtet sind. Wir tauchen ins Verkehrsgetümmel der Millionenstadt ein und erreichen schliesslich ein altes Hochhaus, dessen Treppen wir bis in den 9. Stock erklimmen. In mehreren kleinen Wohnungen leben sieben christliche Familien, insgesamt 30 Personen. Die Menschen sind dankbar für unseren Besuch und wir versuchen, ihnen Mut zu machen.

In Chittagong befindet sich jetzt auch unsere Bibelschule, die aufgrund der Rebellenkämpfe aus unserem Harvest Center in der Region Bandarban hierhergezogen ist. Aktuell wohnen zehn Studenten und zwei Lehrer gemeinsam in einer 4,5-Zimmer-Wohnung. Die meisten von ihnen sind Bengalen, einige stammen aus der ethnischen Minderheit der Mru und einer ist Bawm. Gesprochen wird Bengalisch. Die Bibelschüler werden während 18 Monaten unterrichtet und danach ausgesandt, um zu predigen und Gemeinden zu leiten. Das zweistöckige Harvest-Center-Haus in Bandarban dient zurzeit als Unterkunft für christliche Familien, die aus den Rebellengebieten geflüchtet sind und hier trotz offiziellem Verbot auch versteckt Gottesdienste feiern.

Früchte im Dschungel
Im Dschungel der Chittagong Hill Tracts unterstützt AVC auch einige Schulen. Eine Besonderheit ist Amoy Para. Diese Schule ist extrem abgelegen. Um sie zu erreichen, muss man eine zweitägige Reise mit Auto und Boot zurücklegen. Das Engagement eines Lehrers aus dem Stamm der Mru, der auch Evangelist ist, zeigt Früchte: Die 17 Knaben und 5 Mädchen nehmen regelmässig und sehr gerne am Unterricht und an der Sonntagsschule teil.



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