28. Juli 2026

Im Auge des Sturms

AVC-JAHRESEVENT
Ende Juni beehrten 700 AVC-Freunde unseren Jahresevent in Biel. Das bewegende Erleben von Farshid und Josh macht deutlich: Wer mit Jesus unterwegs ist, findet Frieden mitten im Sturm.

2010 wurden Farshid und einige andere Pastoren im Iran verhaftet. Farshid gelang zunächst die Flucht. Er war schon unterwegs zur türkischen Grenze. Doch dann musste er an den guten Hirten denken und er erinnerte sich die verzweifelten Augen der verhafteten Pastoren. Sie waren seine geistlichen Kinder und er hatte Verantwortung für sie. Er konnte sich nicht einfach aus dem Staub machen. So kehrte er um und stellte sich den Behörden, und diese sperrten ihn in das berüchtigte Evin-Gefängnis in Teheran. Im ersten Jahr seiner fünfjährigen Haft sass er in völliger Dunkelheit in Einzelhaft, ohne jede Beschäftigung.

Eines Tages hörte er in seiner Zelle plötzlich eine himmlische Melodie. Eine tiefe Freude erfüllte sein Herz, und er begann zu tanzen. Der Wächter merkte das und stürmte herein. Er dachte, der Gefangene habe den Verstand verloren. Doch Farshid strahlte ihn an und fragte mit einem breiten Lächeln: «Sir, wie geht es Ihnen heute?» Der Wächter schaute ihn verblüfft an und antwortete: «Ich glaube, dir geht es besser als mir!» Dann schlug er die Tür wieder zu und ging. Später sagte Farshid: «Ich war sicher, dass in diesem Moment irgendwo jemand für mich betete.»

Am Tisch des Königs
Mehr als sieben Monate war Josh (im Bild) in Afghanistan gefangen. Er war ins Land gereist, um Menschen zu helfen, wurde jedoch von den Taliban verhaftet. Sie beschuldigten ihn, ein konvertierter Muslim zu sein, der den christlichen Glauben verbreiten wolle. «Das war der grösste Sturm meines Lebens», erinnert sich Josh. Am schwersten wog die Angst, seine Familie niemals wiederzusehen. In Einzelhaft versuchten seine Bewacher, ihn zu zerbrechen. Oft sass er stundenlang weinend in seiner Zelle. Eines Tages, während er weinte, durchströmte ihn plötzlich eine Welle von Wärme von Kopf bis Fuss – wie eine Umarmung. In diesem Moment wusste er: Ich bin nicht allein.

Die Gefangenschaft zog sich hin, Hoffnung auf Freilassung gab es keine. Angst, Erschöpfung und Isolation zehrten an seinen Kräften. Doch dann geschah etwas, das sein Leben für immer veränderte: «Jesus selbst kam in meine Zelle», berichtet Josh. «Er lief um mich herum. Ich sah die Wunden an seinen Füssen.» Von diesem Augenblick an war nichts mehr wie zuvor. «Nicht ich war der Gefangene, sondern die anderen», sagt er. «Ich war am Tisch des Königs, wie Psalm 23 uns verspricht.» Kurz darauf kam er frei.



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