
Ein kriegerisches Volk
Über ihre Grenzen hinaus ist die tschetschenische Gesellschaft wegen ihrer Brutalität bekannt. Wegen der Gewaltbereitschaft der hier aufgewachsenen Menschen fällt sie international in bewaffneten Auseinandersetzungen auf. Deren politischer Führer hat sich dadurch den Spitznamen »Putins Bluthund« in doppelter Bedeutung erkämpft.
Innerhalb der eigenen Grenzen richtet sich diese Aggression gegen Christen. Etliche Evangelisten, die hierherzogen, um zu predigen, sind spurlos verschwunden. Oder es wurden deren sterbliche Überreste als abschreckendes Beispiel öffentlich zur Schau gestellt.
Auch Einheimische, die sich für ein Leben mit Jesus entscheiden, müssen mit schwersten Folgen rechnen. Eine derartige Entscheidung wird als Schande für die gesamte Familie wahrgenommen, die vom Vater oder einem älteren Bruder beseitigt werden muss.
Offiziell erlaubt Russland Glaubensfreiheit. Deshalb haben Christen eine öffentlich eingetragene Gemeinschaft gegründet und einen Versammlungsraum auf einem dafür gekauften Grundstück errichtet. Inzwischen kommen bis zu 80 Menschen in die Gottesdienste. Das Misstrauen ist aber gross, und ungewöhnliche Vorsichtsmassnahmen sind gefragt. Unbekannte Gesichter führen schon dazu, dass Menschen den Saal verlassen. Und manchmal werden Veranstaltungen komplett abgesagt, weil das Gebäude von fremden Fahrzeugen aus beobachtet wird.



