
Im Herzen der Dunkelheit
Gleichzeitig ist Somalia durch abwechslungsweise Dürren und Fluten landwirtschaftlich am Ende. Um dem sicheren Hungertod zu entgehen, sind seit drei Jahren hunderttausende Somalierinnen und Somalier auf der Flucht. Und sollte in diesem Jahr eine erneute Dürre das Land heimsuchen, so würde die Anzahl hungernder Menschen in Somalia auf 4,4 Millionen – also auf rund ein Drittel der Gesamtbevölkerung – ansteigen.
Ein grosser Teil dieser Schutzsuchenden zieht nach Kenia und lebt dort in riesigen Flüchtlingscamps. Die Menschen brauchen Überlebenshilfe in Form von Nahrung und medizinischer Versorgung. Und noch viel mehr brauchen sie Jesus. Wer aber versucht, ihnen die Liebe Gottes zu bringen, schreitet bildlich gesprochen durch ein Minenfeld. Migranten somalischer Herkunft befinden sich in einem komplexen, für Aussenstehende schwer erkennbaren Geflecht von Verbindungen, Garantien, Verpflichtungen und stark patriarchalisch geprägten Strukturen. Zudem wird ihre Gemeinschaft von der rigorosen islamischen Gesetzgebung durchdrungen – auch in den Camps.
Unsere kenianische Partnerorganisation mit mehreren Mitarbeitenden aus Ostafrika hat ein grosses Herz für die Flüchtenden. Sie sind darin erfahren, die Gute Nachricht von Jesus mit Muslimen zu teilen. Normalerweise erleben sie dabei, dass Menschen, die alles verloren haben, sich nach Hoffnung sehnen. Doch bei den Somaliern stossen sie auf starke Ablehnung und prallen gleichsam gegen eine geistliche Mauer. Weil die Al-Shabab selbst vor den Landesgrenzen nicht Halt machen, sitzt den Migranten die Angst tief in den Knochen. Sogar Somalier, die Jesus auf ihrer Flucht kennenlernen, schweben noch in Lebensgefahr.
Trotzdem will AVC, zusammen mit dem lokalen Partner, das scheinbar Unmögliche schaffen: die somalische Gesellschaft mit dem Evangelium zu erreichen.



