
Neue Würde – neue Perspektiven
Ein älteres Ehepaar in Burundi stand plötzlich vor dem Nichts. Von den eigenen Kindern verlassen, verloren sie 2024 auch ihr Zuhause: Das Land, auf dem sie lebten, wurde im Zuge einer staatlichen Massnahme vergeben – doch die Entschädigung erhielten sie nicht. Als ihr Haus abgerissen wurde, blieben sie mittellos und ohne Unterkunft zurück. In dieser ausweglosen Situation suchte die Frau Hilfe bei AVC Burundi. Mit einem kleinen Darlehen von 50 US-Dollar wagte sie einen Neuanfang: Sie begann, auf einem einfachen Tisch Zwiebeln, Tomaten und andere Grundnahrungsmittel zu verkaufen.
Heute lebt das Ehepaar gemeinsam mit einem Enkelkind zur Miete. Die Einnahmen aus dem kleinen Verkauf reichen, um den Alltag zu bestreiten: die monatliche Miete zu bezahlen und Lebensmittel zu kaufen. Schritt für Schritt konnte die Frau bereits mehrere Darlehen aufnehmen und zuverlässig zurückzahlen. Was mit Verzweiflung begann, ist zu einer neuen Perspektive geworden. Mit grosser Ausdauer und gegenseitiger Unterstützung hat das Ehepaar einen Weg gefunden, sich selbst zu versorgen – und wieder Hoffnung zu schöpfen.
Wege aus der Wertlosigkeit
Der tägliche Bibelunterricht bei unseren Partnern hat das Leben von Evelyn grundlegend verändert. Heute ist sie selbst in der Lage, anderen Frauen das Wort Gottes weiterzugeben, sie zu ermutigen und zu lehren. Und ausserdem kann sie ihre Familie nun finanziell unterstützen. Lange Zeit sah ihre Realität anders aus. Ihr Mann stellte sie immer wieder als wertlos hin. Doch Schritt für Schritt wandelte sich ihr Leben. Evelyn hat nicht nur neue geistliche Stärke erlangt, sondern trägt auch aktiv zum Lebensunterhalt ihrer Familie bei.
Diese Veränderung hat in ihr eine Vision geweckt: Sie wünscht sich, dass mehr Kirchen und Gemeinden Frauen auf diese Weise unterstützen. Zu oft, sagt sie, würden zwar Opfer gesammelt, doch es fehle an konkreten Wegen, wie Menschen selbstständig werden können. Die lokale Gemeinde in Muhweza, die zu AVC Burundi gehört, geht einen anderen Weg. Ein Team von sechs Personen verbindet praktische Hilfe mit geistlicher Begleitung. Mit kleinen Projekten wie der Schweinezucht und dem Bewirtschaften eines Feldes schaffen sie Einkommensmöglichkeiten und geben gleichzeitig Hoffnung weiter.



