1. KORINTHER 12:26 (HFA)


»Leidet ein Teil des Körpers, so leiden alle anderen mit, und wird ein Teil geehrt, freuen sich auch alle anderen.«

»Leidet ein Teil des Körpers, so leiden alle anderen mit, und wird ein Teil geehrt, freuen sich auch alle anderen.«
07. November 2025

Unter enormem Druck

BHUTAN
Die Regierung des Bhutan verfolgt eine Politik der kulturellen Einheit, die jegliche Form religiöser Vielfalt ablehnt. Der Buddhismus ist in der Verfassung der konstitutionellen Monarchie als Staatsreligion festgeschrieben und wird als »spirituelles Erbe des Landes« bezeichnet. Auch der Hinduismus ist offiziell anerkannt. Die Ausübung des christlichen Glaubens wird jedoch als illegal eingestuft.

Wer zum Christentum konvertiert, wird mit grossem Misstrauen betrachtet. Christliche Konvertiten erleben soziale Ächtung und Verfolgung. Oft werden ihnen Jobs verwehrt und ihre Kinder von Schulen ausgeschlossen. Manche Christen haben aus Glaubensgründen ihre Bürgerrechte verloren, weil ihnen die Ausweispapiere nicht verlängert werden. Auch kurzzeitige Gefängnisstrafen drohen.

Christen ist es nicht gestattet, Kirchen zu bauen. Sie können sich nur in Privathäusern treffen und dürfen keine Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Kumar* etwa, ein Pastor aus dem Netzwerk unseres Partners, musste mit seiner Hausgemeinde schon 15 Mal umziehen, weil ihm von den buddhistischen Hauseigentümern die Wohnung immer wieder gekündigt wurde.

Die bhutanischen Christen stehen unter enormem Druck und dürfen öffentlich nichts über ihren Glauben sagen. Evangelisation erfolgt nur über persönliche Beziehungen. Da alles im Verborgenen geschehen muss, ist Jüngerschaft eine Herausforderung. Christliche Literatur ist grundsätzlich verboten. Dennoch wurde die Bibel in die Dzongkha-Sprache übersetzt, importiert und bereits an viele Christen verteilt.

Trotz dieser Schwierigkeiten ist die Existenz von Untergrundkirchen ein Hoffnungsschimmer für die Zukunft des Christentums in Bhutan. Es gibt schätzungsweise knapp 30 000 Christen im Land, die etwa drei Prozent der Bevölkerung stellen. Viele sind durch Heilungen zum Glauben an Jesus gekommen. Fast alle sind ehemalige Hindus. Nur rund 200 Christen kommen aus dem Buddhismus.

Die Anerkennung des Christentums als Religion in Bhutan könnte nur über eine Verfassungsänderung erfolgen. Dazu müsste ein Parlamentsmitglied einen entsprechenden Antrag stellen und Parlament und König müssten diesen gutheissen. Doch welcher Abgeordnete hätte den Mut, einen solchen Antrag zu stellen?

Haben die von uns unterstützten Evangelisten und Gemeindegründer Angst? »Ja, manchmal schon«, antworten sie. »Die Situation ist schlimm. Aber wir machen weiter.«

* Name geändert

Wir beten ...
um Weisheit für die bhutanischen Christen, im Untergrund unentdeckt zu bleiben,
um offene Herzen für das Evangelium in ihren privaten Beziehungen,
für eine Verfassungsänderung und Anerkennung des Christentums.



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