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Rumänien KW 8Rumänien: »Gesendet von Gott«
In einem Dorf in den rumänischen Karpaten ist Anfang Februar eine Roma-Siedlung zu grossen Teilen abgebrannt. Wir brachten den Opfern einen Lastwagen mit Lebensmittel.

290 Menschen haben in einer Nacht ihr ganzes Hab und Gut verloren. Insgesamt brannten 27 Häuser nieder und es verendeten zahlreiche Nutztiere wie Kühe, Kälber, Pferde, Schweine und Hühner. Unser Partner, das Hilfswerk »Asociaţia Gerschom«, hat die Verteilung der Hilfsgüter an die Hand genommen. Die Lebensmittel wurden auf einem Lastwagen kurz nach der Katastrophe von der Schweiz aus nach Rumänien gefahren. Daniel Jonas, Mitarbeiter bei Gerschom, fuhr mit einem Kleinbus voller weiterer Lebensmittel von Deutschland aus an den Unglücksort und gibt uns folgenden Bericht:

Ein Truck mit Lebensmittel
»Am Donnerstag, 4. Februar, treffen wir in Rumänien am Sitz unseres Hilfswerks ein, und auch der Lastwagen aus der Schweiz kommt dort an. Alle Lebensmittel werden auf Kleinbusse umverteilt. Am Freitag fahren wir zum 140 km entfernten Dorf und besprechen die Übergabe der Esswaren mit den lokalen Behörden, welche grünes Licht geben. Am Samstag können wir in der Roma-Siedlung die Hilfsgüter verteilen.

Unterkunft in der Sporthalle
Als wir dort ankommen, treffen wir 130 obdachlos gewordene Personen an, die in einer Sporthalle an der Wärme einquartiert und mit Matratzen, Decken und Lebensmittel versorgt sind. Diese Menschen haben keine Möglichkeit, bei Verwandten oder Bekannten unterzukommen. Wir laden alles aus und stellen es in eine öffentliche Küche, die das Rathaus zur Verfügung stellt und wo für die Leute aus der Sporthalle gekocht wird.

»Von Gott gesendet«
Wir fahren zur Siedlung, wo das Feuer einen grossen Schaden angerichtet hat. Der Geruch der verbrannten Tiere und der Schmutz sind schwer auszuhalten. Wir versinken bis zu den Knöcheln im Schlamm, denn das Regenwetter und das viele Löschwasser haben die Erde komplett aufgeweicht. Wir verteilen die Lebensmittel. Die Bewohner sind sehr kooperativ und rufen immer wieder: ›Von Gott gesendet, von Gott gesendet!‹ Diesen Satz wiederholen sie oft, sie freuen sich und danken uns, was bei den Roma nicht üblich ist. Einige Familien, die beim Brand ihr Haus verloren haben, leben jetzt bei ihren Verwandten in derselben Siedlung.

Bevor wir den versammelten Menschen die Güter überreichen, lesen wir einen Abschnitt aus der Bibel. Das Wort Gottes wird regelrecht aufgesaugt, alle hören aufmerksam zu. Zusammen beten wir laut. Es sind gesegnete Momente, genauso wie es die Leute ausrufen: ›Von Gott gesendet, von Gott gesendet!‹ 

Demut gelernt
Was uns am meisten an diesem Einsatz berührt, ist die Disziplin der Dorfbewohner und ihr Durst nach Gottes Wort. Von unseren Helfern kennen viele Gott kaum. Doch auch sie können dem Einsatz etwas abgewinnen. Eine Frau zum Beispiel, eine in Rumänien berühmte Anwältin, hilft uns mitten im Dreck und im Gestank die Hilfsgüter zu verteilen und sagt am Ende zusammenfassend: »Ich werde in Zukunft demütiger sein, das habe ich aus dem Einsatz gelernt.« Alle Helfer sind dankbar, dass sie an der Verteilung der Lebensmittel teilnehmen dürfen, und sind von Gottes Anwesenheit berührt. Euch von AVC danken wir von Herzen für eure Hilfe. Ihr habt schon so viel für diese Gegend getan. Der Herr segne euch reichlich.«